#projectG40 – Wenn ein Traum in Erfüllung geht

Mit dem achtzehnten Lebensjahr bekam ich, wie viele Andere auch, meinen Führerschein und die aktive Autosuche begann.

Ich hatte nicht sehr viel Geld zur Verfügung und musste daher länger recherchieren, was in Frage kommt.
Ganz genau weiß ich leider nicht mehr, welche Fahrzeuge ich mir damals ausgesucht habe, aber der VW Polo 86c2F hat mich damals mit seiner Form und kleinen Bauweise begeistert.

Mit satten 45 PS aus 1,05l Hubraum war er anfangs keine Rakete, aber um das Fahren richtig zu lernen, war das genau richtig.

Stetige Verbesserungen

Als damals angehender KFZ-Mechatroniker wollte ich natürlich immer mehr aus meinem Auto herausholen. Nach 4 verschiedenen Motoren, die ich in diesen Wagen ein- und umgebaut habe, wurde er schneller und haltbarer!
Zuletzt verbaut war ein 1,6l Motor aus dem Golf 3 mit den Kennbuchstaben ABU mit originalen 75 PS. Den Gaswechsel übernahm eine dbilas Nockenwelle mit 272°.
Mit einer Adapterplatte am Zylinderkopf bekam ich die Einspritzanlage des 3F (1,3l 75PS) montiert. Die Einspritzung lief nicht über das originale Digifant-Steuergerät. Diese Arbeit übernahm ein K-Data kDFi 1.4.
Dadurch konnte ich auf den Luftmengenmesser verzichten und mit Aluminiumrohren einen neuen Ansaugweg gestalten. Die Drosselklappe war zuletzt ebenfalls erweitert und alles zusammen lies deutlich mehr Luft in den Motor.

Auch die Abgasanlage blieb nicht unverändert. Mit einem TA-Technix Fächerkrümmer für einen G40, Powersprint Rohren, einem Metall-Kat und einem Endschalldämpfer unterm Arm wurde der Eigenbau-Auspuff kreiert.

Selbst programmiert war mein damaliger Polo genau so schnell wie ein G40. Leider habe ich keine Leistungsdiagramme, nur Vergleichswerte.

Das damals bei Ebay gekaufte Fahrwerk, was natürlich viel zu hart war, hat mit den Jahren an Härte verloren und fuhr sich zum Schluss sehr gut.
Nordschleife BTG 9:30.

Mit diesem Polo habe ich mich langsam ans schnellere Fahren gewöhnt. Doch es wurde Zeit, dass er in Rente geht.

Mitte 2016 habe ich nämlich online etwas sehr hübsches gefunden.

G-Laden!

Einen rennfertigen 1992er Polo G40 mit Wiechers Käfig, Schalensitzen, Sparco Lenkrad mit Snap-Off, Push-To-Start Umbau, usw. mit knapp 200.000 km auf der Uhr für einen wirklich guten Kurs.

Ein Manko war die durchgerostete Seitenwand hinten links. Das war aber kein wirkliches Problem, da ich noch andere Dinge vorhatte.

Frischer Lack

Die Radläufe hinten mussten also erneuert werden. Warum nicht dann direkt etwas breiter? Einschweißbleche eines Golf 1 wurden bestellt und angebracht. Vorne wurde ebenfalls etwas gezogen, soweit es ging.
Blöderweise musste das Ganze dann auch Lackiert werden. Wieso dann nicht eine Farbe die man noch nie auf so einem Auto gesehen hat?

Moonwalk Grey Metallic – Ursprünglich aus dem BMW/Mini-Regal.
Passend dazu orangene Mangels Stahlfelgen in 7×13 auf Toyo R888 Semis in Medium.

Aus Zwei mach eins!

Nun hatte ich endlich meinen G40. Doch dafür musste der alte Polo dran glauben. Alle Teile, die man noch verwenden konnte wurden ausgebaut und die Karosse wurde in den Ruhestand geschickt.
Das Beste wanderte in den G40. 19-Reihen Ölkühler, Nockenwelle und Abgasanlage waren die Ersten Komponenten, die getauscht wurden.

Es dauerte nicht lange, bis ich eine kleineres Laderrad für den G-Lader in den Händen hielt und eingebaut hatte.
Dann ging es zum Abstimmen nach Ziegert Motorsport in Ratingen.

Heraus kamen 153 PS und 208 Nm bei 0,78 bar Ladedruck. Für einen 26 Jahre alten ungeöffneten 1,3l Motor mit knapp 200.000 km auf der Uhr sicherlich nicht schlecht.

Nun wird er regelmäßig auf Rennstrecken bewegt, wie es sich für ein solches Spaß-Auto gehört. Mal sehen, was mir in den Kopf kommt im Winter.
Denn ein Project-Car ist niemals fertig!

3 Gedanken zu “#projectG40 – Wenn ein Traum in Erfüllung geht”

  1. So ein Racer war auch schon immer mein Traum von mir, seitdem ich einen Führerschein besaß. Auch wenn es bei mir der Fiesta war, dem ich hinterherhechelte. Leider habe ich es bisher noch nich geschafft ihn mir zur erfüllen, aaaaber irgendwann…

    Christian

    • Nie die Hoffnung aufgeben und beten, dass man ein gutes Angebot in die Finger bekommt! Bei mir hat es wie gesagt 11 Jahre gedauert… Was für einen Fiesta hättest du denn gerne?

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