Mein erster Trackday: Freies Fahren auf dem Bilster Berg

Nach mehreren Tagen der Vorbereitung war es nun endlich soweit! Mein erster Trackday kann kommen. Freies Fahren auf dem Bilster Berg!

Bereits Wochen vor dem Trackday habe ich mich schon riesig darauf gefreut, dem #projectG40 endlich einmal Feuer unter’m Hintern zu geben. Dann kam er Tag. Und er war nicht einfach.

Abladen und fertig machen

Durch den spontanen Einbau von 20mm Spurplatten an der Vorderachse, musste ich vor Ort noch eben liebevolle Überzeugungsarbeit an den Kotflügeln anwenden, damit diese nicht am Reifen schleifen.
Nachdem für Freigängigkeit gesorgt wurde, noch schnell alle Flüssigkeiten prüfen und dann erst mal die anderen Fahrer und Fahrzeuge bestaunen.

Bunt gemischte Fahrzeuge

So ziemlich jedes Antriebskonzept wurde vertreten, mit einem deutlichen Überschuss an Heckmotor-Sportwagen. Aber auch BMWs verschiedener Baureihen und Zeitalter fuhren mit.

 

Die erste Runde durch’s Fahrerlager habe ich sehr genossen. Ebenso genossen habe ich den Fuhrpark der Oldtimer-Gruppe, die an diesem Tag ebenfalls auf die Strecke durfte.

Natürlich wurden die Young- und Oldtimer auf der Rennstrecke ordentlich bewegt, damit sie nicht einstauben.

Der Bilster Berg

Die Strecke in Zahlen: 4,2 Kilometer Länge, 19 Kurven, bis zu 26 Prozent Gefälle, bis zu 21 Prozent Steigung.

Um es anders auszudrücken… Diese Strecke ist nichts für einen schwachen Magen. Auch nicht den des Fahrers.

Mehr dazu aber später. Die erste Gruppe fing an und ich positionierte mich oben auf der Brücke, direkt über der Ziellinie.

Nachdem die Gruppe in die Box fuhr, wurde es langsam Zeit, mich fertig zu machen. Die Stints gingen 20 Minuten mit einer kleinen Pause dazwischen.

Also blieben mir noch ungefähr 25 Minuten um die Kamera wegzupacken, Luftdruck zu prüfen und schon mal den Motor etwas warm laufen zu lassen.

Während nun der #projectG40 warm lief, konnte ich mir die Oldtimer-Gruppe ansehen.

 

Aufsatteln

Helm auf, es ging los! Endlich war es soweit, es wurde Zeit Rennstreckenerfahrung zu sammeln! Doch nach der ersten Runde fiel ein seltsames Geräusch in der Vorderachse auf und ich musste den Stint abbrechen. Ärgerlich!

Das Geräusch, was ich auch umgehend beseitigen konnte, waren die beiden Spurverbreiterungsplatten an der Vorderachse.
Durch die hohen Temperaturen beim Bremsen schienen sie sich wohl etwas gelöst zu haben.

Problem beseitigt. Beim nächsten Stint muss es besser laufen. Wieder etwas Zeit für einen Spaziergang.

Klanglich war die Oldtimer-Gruppe ganz weit vorne. Durch die noch sehr simplen Abgasanlagen in Verbindung mit Vergaser-Batterien oder Einzeldrossel-Anlagen, war es einfach wunderschön, den vorbeiziehenden Fahrzeugen zuzusehen.

Er hält! (vorerst)

Nach dem ersten Stint, also ca. 20 Minuten Fahrzeit, fühlte sich das Auto sehr gut an. Die Reifen hatten äusserst viel Grip im warmen Zustand und die Balance des #projectG40 fühlte sich sehr ausgewogen an.

Doch es gab ein weiters auftretendes Problem.

Die Bremsen

Wie schon in einem meiner vorigen Beiträge geschrieben, habe ich dem #projectG40 eine EBC-Bremse verpasst. Diese erwies sich auch bei mittleren Temperaturen als gut.

Da der Bilster Berg nur leider nicht so sehr als Material-schonend gilt, wurden die Bremsen nach den Geraden sehr warm. Da fiel es mir ein.

Wo war eigentlich die Bremsenkühlung?

Es gab keine. Nach dem zweiten Stint war es Zeit für eine kleine Sichtprüfung.
Diese fiel leider nicht so prickelnd aus. Die EBC Blue Stuff NDX Langstreckenbeläge wurden etwas warm.
Mit der Temperatur stieg selbstverständlich auch der Verschleiß.

Ich musste also etwas Aggressivität aus der Bremse herausnehmen. Das gefiel mir zwar nicht, war aber nötig.
Es half nur leider nicht viel, ich konnte regelrecht spüren, wie ich mit jeder Bremsung den Belag Millimeter für Millimeter dezimiere.

Aber der Rest funktionierte tadellos. Die Öltemperatur ging nicht über 125°C, der Öldruck nicht unter 3 Bar, im Maschinenraum war also soweit alles in Ordnung.

Die Reifen funktionierten auch sehr gut und ließen sich ebenso gut dosieren. Das Untersteuern ließ sich regelrecht voraussagen und die Hinterachse spielte hervorragend mit durch den negativen Sturz und ließ sich wundervoll platzieren.

Im Innenraum hielt auch alles soweit, nur wurde es etwas warm durch den Auspuff. Aber durch die relativ kurzen 20 Minuten Stints war es einigermaßen erträglich.

Fazit

Nach guten 60 Minuten Fahrzeit bzw. 2 weiteren Stints auf dem Bilster Berg waren die Bremsbeläge absolut durchgeglüht und auf dem Eisen.
Es hat großen Spaß gemacht, den #projectG40 in Renn-Geschwindigkeit über diesen wahnsinnig schönen Track zu bewegen! Mit einer Bestzeit von 2:15.05 befinde ich mich zwar nicht im Top-Feld, aber für einen fast 30 Jahre alten VW Polo mit ungeöffnetem Motor, ist das denke ich keine allzu schlechte Leistung.

Hier das Video der Besten Runde:

Sorry für die wackelige Kamera und dessen Winkel. Die Halterung hat mit der Zeit nachgegeben.

Allzu sehr ausruhen konnte ich mich leider nicht, denn der nächste Trackday stand fest.
Es geht auf die Nürburgring Nordschleife bei typischem Eifel-Wetter. Regen, Sonne, Wolken, Regen, Wolken, …

 

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