Tuning Ratgeber: Das Fahrwerk

In der Winterpause, die mich auch dazu zwang den #ProjectG40 einzumotten, befinden sich bestimmt einige von euch ebenfalls in der Umbauphase. In dem G40 muss ein neues Fahrwerk seinen Platz finden, was mich dazu brachte, diesen Beitrag zu schreiben.

Welches Fahrwerk ist für mich das richtige?

Wenn es um das Thema Fahrwerk geht, habt ihr euch bestimmt auch schon einmal versucht schlau zu machen und angefangen im Internet nachzuforschen, richtig? Sehr gut.
Ich versuche euch hier ein mal einen groben Überblick der verscheidenen Fahrwerkstypen aufzulisten, deren Vor- und Nachteile zu nennen und euch eine ungefähre Preisspanne zu nennen, die so ein Umbau kosten könnte.Beginnen wir mit der einfachsten und arbeiten uns zur komplexesten Variante durch.

Tieferlegungsfedern

Die einfachste und günstigste Variante ist ein Tieferlegungsfedernsatz. Je nach Bauart der Achsen, besteht so ein Satz aus 4 Fahrwerksfedern, die den Originalfedern sehr ähneln. Meistens ist der Draht, aus denen die Federn gebaut sind, etwas dicker, was die Federn dadurch etwas fester/härter macht. Sie sind im Vergleich nicht so hoch wie die Originalen.

Zusammenfassung

  • Kostengünstig, in Anschaffung und Einbau
  • Sportlicheres Fahrverhalten
  • Geringe Tieferlegung
  • Original Schwingungsdämpfer bleiben; Eventuell können die Standart Dämpfer zu weich sein, was sich wiederum verschlechternd auf das Fahrverhalten auswirkt.
  • Keine Verstellmöglichkeiten

Preislich befindet sich so ein Tieferlegungsfedersatz zwischen 100,-€ und 200,-€ je nach Hersteller, mehr würde ich nicht dafür ausgeben, da es das in meinen Augen nicht wert wäre.
Dazu kommt dann natürlich noch die Montage der Teile und, nicht zu vergessen, eine Achsvermessung und Scheinwerfereinstellung. Es soll ja auch alles seine Richtigkeit haben.

Die Montagekosten der Teile können natürlich sehr stark variieren. Von einem Golf 6 ausgehend, befinden diese sich aber in einem Bereich zwischen 200-300€ in einer freien Werkstatt.

„Cup-Kit“ Fahrwerks-Set

Diese Sets bestehen meist aus 4 Fahrwerksfedern und 4 Schwingungsdämpfern mit verkürzten Kolbenstangen, je nach Achs-Bauart.
Anders, als bei dem Tieferlegungsfedernsatz, sind die Federn und Dämpfer bei den „Cup-Kits“ sehr gut aufeinander und auf das jeweilige Auto abgestimmt. Die Tieferlegung ist im Vorhinein festgelegt, und kann nicht verändert werden. Jedoch bekommt man diese Sets in vielen Variationen, symmetrisch oder in Keilform und in verschiedenen Härtegraden (Komfort, Sport, …).

Zusammenfassung

  • Abgestimmtes Komplettfahrwerk
  • Härtegrad und Tieferlegung meist bei Bestellung wählbar
  • Relativ günstig, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sportliches Fahrverhalten

Bei Preisen zwischen 300-600€ ist leider ein etwas größerer Griff in die Brieftasche fällig, macht aber auch mehr Sinn.

Die Montagekosten dürften sich nicht groß zu den der Federn unterscheiden, rund 150-250€ (je nach Aufwand) sollten aber mit einkalkuliert werden, wenn man nicht alles selbst machen möchte oder einem die Möglichkeiten dazu fehlen.

Gewindefahrwerk

Bei Gewindefahrwerken unterscheide ich zwischen höhenverstellbaren Gewindefahrwerken, der günstigen, und einstellbaren Gewindefahrwerken, hochwertigen und kostspieligen Variante.

Bei der Erstgenannten, lässt sich, wie der Name schon sagt, nur die Fahrwerkshöhe einstellen. Feder-Vorspannung, Druck- und Zugstufe der Schwingungsdämpfer bleiben fix und lassen sich im Regelfall nicht verändern.
Preislich beginnen diese Fahrwerke schon bei unter 200€, wobei man da aufpassen sollte. Die Billigfahrwerke halten teilweise nicht lange, haben eine bescheidene Abstimmung und im Endeffekt muss man wieder investieren. Vernünftige Ware bekommt man für rund 350€ aufwärts beispielsweise für einen Golf 6.
Die Einbaukosten werden etwas höher als bei dem „Cup-Kit“ sein, da die gewünschte Fahrzeughöhe natürlich eingestellt werden muss.

Zusammenfassung:

  • Millimetergenaue Feinjustierung der Fahrzeughöhe möglich
  • Relativ kostengünstig
  • Charakteristik der Schwingungsdämpfer nicht einstellbar
  • Vorsichtig bei Billigfahrwerken

Bei den einstellbaren Gewindefahrwerken hat man, je nach dem, was man für Eines kauft, die Möglichkeiten neben der Fahrwerkshöhe auch die Federvorspanung, Zug- und Druckstufe einzustellen. Dieses bringt bei Fahrzeugen, die grundlegend auf der Rennstrecke bewegt werden sollen erhebliche Vorteile gegenüber den anderen Fahrwerken. Vorausgesetzt, man kann es richtig einstellen.
Preislich bewegen wir uns bei so einem Fahrwerk bei ab 1000,-€ aufwärts. Für solch ein Fahrwerk 2500€ auszugeben ist auch gar kein Problem.
Die Einbaukosten sind ähnlich teuer wie beim „Cup-Kit“ nur benötigt man eine intensivere Einstellung, die natürlich auch etwas kostet.

Zusammenfassung:

  • Je nach Fahrwerk Zug-, Druckstufe, Fahrwerkshöhe und Federvorspannung einstellbar
  • Perfekte Abstimmung möglich, auch bei stark gewichtsreduzierten Fahrzeugen
  • Kostenintensiv
  • Muss vernünftig eingestellt werden

Ich hoffe ich konnte hier mal einen relativ einfachen Überblick verschaffen.
Ich selbst habe mich für ein H&R Cup-Kit für den Polo G40 entschieden. Grund dafür war das Preis-Leistungs-Verhältnis und die gute, alte Mundpropaganda.
Ob es so geil ist wie mir gesagt wurde, werde ich natürlich in einem Beitrag zusammenfassen. Zuerst muss es aber ausführlich getestet werden.

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